Altlastenfläche Zementwerk
Die Fakten. Offen und aktuell.
Auf dieser Seite informieren wir Sie über die Altlast auf unserem Werksgelände, die Sicherung der angrenzenden Felswand und die aktuellen Grundwasserwerte. Wir halten sie auf dem neuesten Stand und beantworten Ihre Fragen.
Liebe Nachbarinnen und Nachbarn,
ab 22. September 2026 wurde in der Presse über die Filterstaubhalde, eine Altlast, auf unserem Werksgelände berichtet. Viele von Ihnen sind verunsichert, und das verstehen wir.
Auf dieser Website werden wir Sie fortlaufend, aktuell und umfassend zu Fakten, Hintergründen und Sicherungsmaßnahmen – sowohl zur Altlastenfläche als auch zur Felswand – informieren. Hier werden Sie auch Antworten auf eingehende Fragen aus der Bevölkerung finden.
Sollten Sie Fragen haben, die Sie hier nicht beantwortet finden, wenden Sie sich gerne persönlich an mich. Ich kümmere mich um Ihr Anliegen.
Mit freundlichen Grüßen
OPTERRA Wössingen
Jörg Heimburg
Manager Sustainability & Strategic Projects
woessingen@opterra-crh.com
Auf einen Blick
Das Wichtigste zuerst
Das Trinkwasser ist seit 1989 in ständiger Beobachtung
Filterstaub wurde zwischen 1962 und 1989 auf einer Halde abgelagert. 1993 wurde in Abstimmung mit der Behörde eine Abdichtung der Haldenoberfläche vorgenommen. An mittlerweile 13 Grundwassermessstellen überprüfen wir seit 1989 die Wasserqualität — um die Funktionstüchtigkeit der Abdichtung sicherzustellen.
Neu ist nur die fortschreitende Verwitterung der Felswand
Eine Felswand am Rande der Altlastenfläche droht durch Verwitterung ihre stützende Funktion zu verlieren und muss gesichert werden. Die Ablagerungen selbst auf der Fläche haben sich nicht verändert.
Wir handeln sofort und sichern dauerhaft
Erste Sicherungsschritte ziehen wir vor. Die Arbeiten zur dauerhaften Stabilisierung der Wand benötigen rund fünf Jahre. Das Sicherungskonzept liegt beim Landratsamt Karlsruhe zur Genehmigung.
Was ist richtig: 85.000 oder 1,6 Mio. Tonnen?Beide Zahlen stimmen. 85.000 Tonnen sind der belastete Filterstaub. Er wurde bei der Ablagerung ungefähr im Verhältnis 1 : 20 mit unbelastetem Erdreich vermischt. Daraus ergibt sich die Gesamtmasse von 1,6 Mio. Tonnen.
Altlast und Felswand
Zwei Sachverhalte, die man trennen muss
Rund um die Ablagerung von Filterstaub geht es um zwei verschiedene Dinge: die Altlastenfläche, die seit Jahrzehnten besteht und gesichert ist – und die Felswand, an der jetzt Handlungsbedarf besteht.
- Worum geht es?
- Filterstaubablagerung aus der Produktion, belastet mit Schwermetallen
- Seit wann?
- Abgelagert von den 1960er- bis in die 1980er-Jahre
- Zustand
- Seit Anfang der 1990er-Jahre an der Oberfläche abgedichtet, das Trinkwasser ist geschützt
- Was wir tun
- Laufende Kontrolle. Die Messwerte veröffentlichen wir demnächst hier. Die Analysen des Trinkwassers werden bereits jetzt jährlich an Behörden und Gemeindeverwaltung berichtet.
- Worum geht es?
- Eine Felswand im Steinbruch Böhnlich, am Rand der Altlast
- Was ist passiert?
- Durch Verwitterung verliert sie nach und nach ihre stützende Funktion
- Warum wichtig?
- Schreitet die Verwitterung fort, könnte die Felswand einstürzen, Filterstäube könnten freigelegt und Schwermetalle ins Wasser gelangen. Das müssen wir verhindern.
- Was wollen wir tun
- Rasche primäre Sicherung und dauerhafte Sicherung innerhalb von rund fünf Jahren
Aktuell: Verwitterung
Was an der Felswand passiert
Die Felswand am Rand der Altlastenfläche ist Teil ihrer Sicherung. Sie stützt die Ablagerung nach Süden hin. Wind, Wetter und Wasser tragen die Wand über die Jahre ab. Dadurch verliert sie nach und nach ihre stützende Funktion.
Schreitet diese Verwitterung weiter fort, könnten Filterstäube freigelegt werden. Dann könnten Schwermetalle über das Wasser in die Umgebung gelangen. Genau das wollen wir verhindern, bevor es passiert.
Wir haben das Risiko 2021 erkannt und umgehend, in Abstimmung mit dem Landratsamt Karlsruhe, das Sicherungskonzept erarbeitet. Es liegt dort zur Genehmigung vor.
Wie die Felswand dauerhaft stabilisiert werden soll
Durch Umschichtung von rund 140.000 Tonnen Erde innerhalb des Steinbruchs soll innerhalb von wenigen Monaten zunächst ein Stützkörper-Fuß hergestellt werden. Dies wird der erste Schritt sein, um die Sicherheit der Felswand wiederherzustellen. Damit dürfen wir erst beginnen, sobald die Genehmigung des Landratsamts vorliegt.
Warum das rund fünf Jahre dauert
Eine Felswand dieser Größe lässt sich nur Schritt für Schritt stabilisieren. Jeder Verfüllabschnitt wird verdichtet und muss sich setzen, bevor der nächste folgt. Zudem muss ausreichend Erdaushub in hinreichender Qualität vorhanden sein.
Was ist mit den Tieren?
2026 haben wir vorausschauend viele der in diesem Bereich lebenden Tiere behutsam umgesiedelt. Dadurch wollen wir die Voraussetzungen schaffen, unmittelbar nach erteilter Genehmigung mit der Sicherung der Bruchwand beginnen zu können.
Wer entscheidet?
Die Sicherung kann beginnen, wenn die Genehmigung vorliegt. Den weiteren Zeitplan stimmen wir mit der Behörde ab.
Chronologie der Halde
Ablagerung – Wasserschutz – Stabilisierung Felswand
Anfang der 1990er-Jahre wurde durch ein Sicherungskonzept das Trinkwasser zielgerichtet geschützt. Seit dieser Zeit wird die Altlastenfläche langfristig überwacht. Eine Felswand am Rande der Fläche muss aktuell vor weiterer Verwitterung geschützt werden.
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ab 1962Ablagerung von Filterstaub im Steinbruch Böhnlich.
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1984–1986Studien des Wasserwirtschaftsamts und des Geologischen Landesamts stufen 1984 die Filterstaubablagerungen als unbedenklich ein. 1986 wird dies durch das Regierungspräsidium bestätigt. Der Antrag auf Zulassung der Ablagerung von Filterstaub auf der Abraumhalde wird gestellt.
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1989Aufgrund neuer Erkenntnisse zur Zusammensetzung des Filterstaubs wird die weitere Ablagerung untersagt. Anordnung eines Grundwassermonitorings und Forderung nach Sicherungskonzept.
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Seit 1989Grundwasser-Monitoring, schrittweise auf heute 13 Messstellen erweitert.
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1991Sicherungskonzept einschließlich Grundwassermonitoring wird behördlich genehmigt.
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1993Sicherung abgeschlossen: Abdichtung und Drainage in Betrieb.
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2021Begehung mit der zuständigen Behörde. Austritt Filterstaub wird in Bruchwand entdeckt und als handlungsbedürftig eingestuft. Ein Sicherungskonzept wird erstellt und in Folge mit dem Landratsamt Karlsruhe abgestimmt.
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2021–2026Relevante Ereignisse werden noch veröffentlicht.
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August 2026Technische Planung und Bauantrag für die Stabilisierung der Felswand fertiggestellt, Bauantrag beim Landratsamt eingereicht.
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September 2026Gemeinderat wird um Entscheidung über die Befreiung von Feststellungen des Bebauungsplans „Sondergebiet Zementwerk“ hinsichtlich der Pflanzgebote gebeten.
FAQ
Vielen Dank für alle eingegangenen Fragen zur Filterstaubhalde. Wir haben sie gesammelt und arbeiten sie strukturiert ab. Ähnliche Fragen fassen wir dabei zusammen. Jede Antwort prüfen wir fachlich sorgfältig, das braucht manchmal etwas Zeit. Wir veröffentlichen die Antworten an dieser Stelle so schnell wie möglich und erweitern diesen Bereich nach und nach.
Die Felswand im Steinbruch Böhnlich, am Rand der Altlastenfläche, verliert durch Verwitterung, also Wind, Wetter und Wasser nach und nach ihre stützende Funktion. Wir kontrollieren sie und bereiten die dauerhafte Sicherung vor.
Die Felswand stützt die Altlastenfläche seitlich. Verwitterung schwächt diese Funktion. Mit einem Stützkörper aus Erdmaterial, der vor der Wand aufgeschüttet und verdichtet wird, übernimmt eine neue Böschung diese Aufgabe dauerhaft. Das Material der Altlastenfläche bleibt dabei unberührt und abgedeckt. Das Konzept wurde in Abstimmung mit dem Landratsamt Karlsruhe erarbeitet und liegt dort zur Genehmigung vor.
Wir prüfen das nochmals auf Bitte der Gemeindeverwaltung und des Gemeinderats. Wichtig ist, dass der Erdaushub vor der Wand sachgerecht eingebaut wird. Dazu gehören vor allem das schichtweise Auftragen und Verdichten der Erde, um nachfolgende Setzungen möglichst zu reduzieren.
In einem ersten Schritt ist die Umlagerung von rund 140.000 Tonnen Erde innerhalb des Steinbruchs geplant. Dies soll eine rasche, primäre Sicherung darstellen. Hier warten wir auf die Genehmigung des Landratsamts.
Das primäre Auffüllmaterial für den geplanten Stützkörper-Fuß, der gegen die Steilwand gelegt werden soll, kommt direkt aus dem Steinbruch. 140.000 Tonnen unbelastetes Erdreich wird hierfür nicht neu eingebracht, sondern lediglich innerhalb des Steinbruchs umgelagert. Das Auffüllmaterial, das danach eingebracht werden soll, wird aus qualitätsgesichertem Erdaushub verschiedener Quellen kommen.
Im Steinbruch Böhnlich, in dem sich die verwitternde Steilwand befindet, findet kein Abbau und damit auch keine Sprengungen mehr statt. Er wird seit den 2010er Jahren von uns renaturiert.
Die Äußerung stammt nicht von OPTERRA und gibt unsere Haltung nicht wieder. Für uns hat der Schutz des Trinkwassers Vorrang. Zugleich schafft das Sicherungskonzept zusätzlichen Lebensraum für geschützte Arten: ein neues Feuchtbiotop von 0,56 Hektar als Ausgleichsfläche.
Für die Arbeiter auf dem Werksgelände besteht zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.
Schreitet die Verwitterung fort, könnten Filterstäube freigelegt werden. Dann könnten Schwermetalle über das Wasser in die Umgebung gelangen. Genau das soll die Stabilisierung der Felswand verhindern, bevor es geschieht.
Die Abdichtung über dem Haldenkörper und die Drainage bestehen seit Anfang der 1990er-Jahre. Erforderlich ist jetzt die dauerhafte Stabilisierung der begrenzenden Felswand durch einen Stützkörper aus Erdmaterial. Begleitend laufen Begehungen, Kamerabefahrungen der Drainage, Befliegungen mit Drohnen und die Beprobung von 13 Grundwassermessstellen.
Die Filterstaubhalde wurde in den 1960er bis 1980er Jahren angelegt. Hier lagern Filterstäube aus der Zementherstellung. Rund 85.000 Tonnen belasteter Filterstaub wurden im Verhältnis von rund 1:20 mit Erdreich (Abraum aus dem Steinbruch) vermischt und hier abgelagert. Daraus ergibt sich eine Gesamtmasse rund 1,6 Mio. Tonnen.
Heute überwachen wir das Grundwasser an 13 Messstellen und die Altlastenfläche selbst. Zusätzlich messen wir aktuell routinemäßig den Schwermetallgehalt im Staubniederschlag an jeweils einer Messstelle in Wössingen und Dürrenbüchig. Ob und welche Untersuchungen zusätzlich erforderlich sind, etwa für Boden und Luft im Umfeld, klären wir mit dem Landratsamt und der Gemeinde.
Ja.
